E10 im Oldtimer: Warum der Bio-Sprit für Klassiker zur schleichenden Gefahr wird
Bei einem modernen Auto ist E10 völlig unbedenklich, doch bei älteren Autos kann der Griff zum Bio-Sprit Folgen haben, die sich erst schleichend bemerkbar machen. Wer einen Old- oder Youngtimer fährt, hat oft das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, bis der Motor plötzlich stottert oder Benzinleitungen feucht werden. In diesem Fall wirkt der Bio-Anteil wie eine schleichende Fehlbetankung. Man hat zwar Benzin getankt, aber die Chemie im Tank passt einfach nicht zum Alter des Systems.
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Gefahr: Aggressives Ethanol
Problem ist das Ethanol. In modernen Autos sind alle Leitungen und Dichtungen darauf ausgelegt, aber in Fahrzeugen aus den 90ern oder früher sieht das anders aus. Ethanol wirkt wie ein Lösungsmittel. Es greift Gummischläuche an, macht sie spröde und kann sie regelrecht „aufweichen“. Schlimmer: Ethanol kann in Verbindung mit Feuchtigkeit Korrosion an Aluminiumbauteilen bzw. den Vergaser auslösen. Wenn Sie also jahrelang nur E5 gefahren sind und plötzlich auf E10 umsteigen, riskieren Sie, dass sich das System von innen auflöst. Das fühlt sich dann irgendwann so an, als hätten Sie den Wagen falschgetankt, dann kommt kein sauberer Sprit mehr im Zylinder an.
Die schlechte Reinigung
Ethanol hat eine starke Reinigungswirkung. Was erst einmal gut klingt, ist für alte Tanks oft fatal. Über Jahrzehnte haben sich am Boden des Tanks kleine Ablagerungen gebildet, die dort friedlich „schlummerten“. Der höhere Bio-Anteil im E10 löst diese Dreckschichten plötzlich auf und spült sie direkt in den Kraftstofffilter oder, noch schlimmer, in die feinen Düsen des Vergasers. Das Ergebnis: Verstopfung! Der Motor bekommt keinen Sprit mehr, ruckelt und geht aus. Wer hier nicht aufpasst, hat sein Kraftstoffsystem ungewollt „geflutet“ und steht vor einer teuren Reinigung.
Vorbeugen ist besser als Reinigen
Haben Sie versehentlich E10 in Ihren Klassiker gefüllt? Keine Panik, der Wagen explodiert nicht sofort. Aber Sie sollten das E10 über mehrere Tankfüllungen im Tank stehen lassen. Am besten fahren Sie den Tank zügig halb leer und füllen mit Super Plus (E5) oder einem speziellen Premium-Kraftstoff ohne Ethanol-Anteil auf, um die Konzentration zu senken. So verhindern Sie, dass aus einem kleinen Versehen ein echter Sanierungsfall für die Werkstatt wird.